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Schlagzeilen

 

 Die meisten Menschen aus Clovis Gemeinde leben in Armut – was für sie aber nicht bedeutet, keinen Spass am Leben zu haben. Ein Teil des Films handelt von einer Namensgebungszeremonie. Als die Filmaufnahmen beendet waren, kam ein kleiner Jnge zu mir und forderte mich zum Tanz auf... Ich liebe es zu tanzen, genau wie mein Kameramann Mike und so gab es für uns kein halten mehr. Wir tanzten die Nacht durch- unsere Tanzpartner waren zwischen 4 und 80 Jahren alt

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Afrikanisch-deutscher Holocaust

 In the shadow of the Nazis Von Chris Ezeh - EACN Magazine Publisher 
Dieser Film zeigt, dass die Besessenheit der Nazis von Rassenreinheit und Eugenetik 1918 ausgelöst wurde und sich nach der deutschen Niederlage im 1. Weltkrieg intensivierte. Mit der Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrages wurde Deutschland gezwungen, alle seine afrikanischen Kolonien ab zu erkennen und die Besetzung des Rheinlandes hinzunehmen. „Hitlers Vergessene Opfer“ betont, dass der absichtliche Einsatz afrikanischer Truppen aus den französischen Kolonien zur Kontrolle des Gebietes viele Deutsche erzürnte, die dies als endgültige Beleidigung ansahen. Deutsche beschwerten sich in den Rostrum Newspapers bitterlich darüber. Diese Beschwerden wurden später in Propagandafilmen widergespiegelt, in denen es um Beziehungen zwischen der französischen Kolonialarmee und deutschen Frauen ging.

1)Das Kapitel über Schwarze von Ina R. Friedman (Seite 91-93) ist beunruhigend. Es beginnt mit einem abscheulichen Kommentar von Adolf Hitler: Das Mulattenkind kommt entweder zustande durch Vergewaltigung, oder die weiße Mutter war eine Hure. In beiden Fällen gibt es nicht die geringste moralische Pflicht, diese Kinder einer fremden Rasse zu beachten. Drei kurze Absätze aus diesem Kapitel: Obwohl schwarzeTheophilus Michael Wonja kam 1894 in Berlin anund hatte vier Kinder mit seiner deutschen Frau Martha (Geborene Wegner) (Foto: http://www.bpb.de)  Unterhaltungskünstler in Deutschland bereits vor Hitlers Machtübernahme berühmt waren, wurden sie danach boykottiert.

Ein Buch mit dem Namen „Entartete Musik: Eine Bilanz“ wurde 1938 veröffentlicht. Der Einband zeigt einen schwarzen Musiker mit einem Judenstern auf seinem Jackenaufschlag. Hitlers Hass auf Schwarze dehnte sich auch auf schwarze Athleten aus. Als Jesse Owens, das amerikanische Laufwunder, bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin vier Goldmedaillen gewann, weigerte sich Hitler bei der Medaillenübergabe anwesend zu sein. Obwohl es relativ wenige Schwarze in Deutschland gab, diskriminierte Hitler zwischen schwarzen und weißen Kriegsgefangenen. Schwarze Soldaten, die während des 2. Weltkrieges gefangen genommen wurden, wurden von ihren Einheiten getrennt und erschossen.

Zu einer Zeit, in der der Kampf für Gerechtigkeit für jüdische Überlebende des Holocaust weiterhin Schlagzeilen macht, sind die entsetzlichen Erlebnisse der schwarzen Menschen in Nazi- Deutschland geradezu vergessen wenn nicht komplett ignoriert worden. Wieder zum Leben erweckt wurden diese Erlebnisse jetzt in einem Dokumentarfilm mit dem Titel „Hitlers vergessene Opfer“ unter der Regie von David Okuefuna, produziert von Moise Shewa (Afro-Wisdom Produktion).

Der Film nutzt Interviews mit Überlebenden und deren Familien sowie Archivmaterial, um den Schwarzen Holocaust in Deutschland zu  dokumentieren; er erforscht auch die Geschichte des deutschen Rassismus, weist auf Verbindungen zwischen deutschem Kolonialismus und Nazipolitik hin und untersucht die Behandlung von schwarzen Kriegsgefangenen. Dieser Film enthüllt die Initiierung von Sterilisierungsprogrammen für Schwarze von Deutschlands führendem Nazigenetiker Doktor Eugen Fischer.

 

T. Wonja Michael wurde 1925 in Berlin geboren. Sein Vater Theophilus Wonja Michael, der aus Kamerun kam, kam 1894 in Berlin an und hatte mit seiner deutschen Frau Martha Wegner vier Kinder. Anfang 1943 war Michael zusammen mit anderen Afrodeutschen zu einem Zwangsarbeitcamp in der Nähe von Berlin marschiert.

Er blieb dort, bis er im Juni 1945 von russischen Soldaten befreit wurde. Seine drei Geschwister flohen nach Frankreich, nachdem „Negride“ 1936 als „unerwünscht“ erklärt wurden,  Michael jedoch wollte aus purer Sturheit bleiben.

Er arbeitete als Hotelpage in Berlins Excelsior (bevor er von einem Nazigast herausgeschmissen wurde). Die Nazis gaben ihm eine kleine, aber sehr sichtbare Rolle in Deutschlands erstem Farbfilm, der 1943 herauskam. „Münchhausen“ zeigte ihn beim Kühlen von Würdenträgern mit einem gefederten Fächer.

Später erfuhr er, dass der Film von Propagandaminister Goebbels in Auftrag gegeben wurde und gegen Schwarze benutzt werden würde. „In vielen Fällen ist es genauso schlimm, ein Objekt der Neugierde wie ein Ziel zu sein. Ich bin schwarz, aber ich bin auch Deutscher und ich bestehe auf der Anerkennung“, sagt Michael.

Theodoro überlebte den Naziterror und ist noch am Leben. Viele andere Deutsche aus Kamerun wie Mpundo Akwa, Ngoso Din und Martin Dibobe wurden verschleppt und in Konzentrationslagern ermordet.

Er entwickelte seine Rassentheorien im deutschen Südwest Afrika (dem heutigen Namibia) lange vor dem 1. Weltkrieg. In diesem Zusammenhang identifizierte Fischer, was er als genetische Gefahr ansah, nämlich die Vermischung der Rassen zwischen deutschen Kolonialisten und afrikanischen Frauen. Der Dokumentarfilm liefert auch beunruhigende fotografische Beweise für deutsche völkermordartige Tendenzen in Afrika, die mit dem Herero- Massaker begannen. 1904 lehnte sich der Herero- Stamm im deutschen Südwest Afrika gegen seine kolonialen Herren auf mit dem Bestreben, sein Land zu behalten; die Rebellion dauerte vier Jahre und führte zum Tod von 60 000 Herero- Stammesangehörigen (80% der Gesamtbevölkerung). Die Überlebenden wurden in Konzentrationslagern eingesperrt oder als menschliche Versuchskaninchen für medizinische Experimente missbraucht; eine Politik, die ein Vorgeschmack waren auf die Dinge, die in Zukunft auf die deutschen Schwarzen und die jüdische Gemeine zu kommen sollten.

In der Tat weist der Dokumentarfilm darauf hin, dass der intensive deutsche Zorn über diese Ereignisse dazu beigetragen hat, dass 92% der deutschen Wähler ihre Stimme der Nazipartei gegeben haben. „Hitlers Vergessene Opfer“ zeigt, dass Hitler, sobald er 1936 das Rheinland wiederbesetzt hatte, Vergeltung gegen die Besetzung der afrikanischen Soldaten übte, indem er zuerst auf alle schwarzen Leute abzielte, die im Rheinland wohnten. Im Besonderen (und abweichend von früheren Berichten über den Holocaust), behauptet dieser Film, dass Deutschlands dunkelhäutige Gemeinde (24 000 Menschen) der Hauptfokus für Hitlers Sterilisierungsprogramme war. Mindestens 400 gemischtrassige Kinder wurden im Rheinlandgebiet bis Ende 1937 gewaltsam  sterilisiert, während 400 andere einfach in Hitlers Konzentrationslagern verschwanden.

Hans Hauck, ein dunkelhäutiger Überlebender des Holocaust und ein Opfer von Hitlers Sterilisierungsprogramm, enthüllte im Film, dass „wir Glück hatten, dass wir keine Opfer des Euthanasieprogramms wurden - wir wurden nur sterilisiert. Wir hatten keine Betäubungsmittel. Als ich mein Vasektomiezertifikat erhielt, mussten wir eine Vereinbarung unterschreiben, dass es uns nicht erlaubt war, irgendwelche sexuellen Beziehungen zu Deutschen zu unterhalten.“ Während viele Schwarze sich glücklich schätzten, der Naziverfolgung, wenn auch durch Sterilisierung, entkommen zu sein, erinnert „Hitlers Vergessene Opfer“ daran, dass Hitler früher Pläne bekannt gemacht hatte, die zu einer kompletten Ausrottung von unerwünschten Menschen auf riefen. In einer Rede in Breslau im Jahre 1932 zum Beispiel, forderte er alle Afrikanern, Juden und andere nicht- arische Menschen auf, Deutschland zu verlassen oder in Konzentrationslagern zu landen.

Laut dieses Dokumentarfilmes war es dennoch einem Grossteil der Schwarzen in Deutschland nicht möglich, Hitlers Warnung zu beachten, da sie deutsche Staatsbürger mit deutschen Reisepässen waren und nirgendwo hin konnten. Eine große Anzahl entkam nach Frankreich, aber viele versuchten zu den früheren deutschen Kolonien zurückzugehen, die 1920 vom Völkerbund übernommen worden waren. Die britische Kolonialbehörde, die damals das neu benannte Südwest Afrika verwaltete, wollte die dunkelhäutigen Deutschen allerdings nicht zurück lassen, da sie im 1. Weltkrieg für Deutschland gekämpft hatten.

Lari Gilges gründete Nordwest Rann - eine Organisation von Unterhaltungskünstlern, die die Nazis  in seiner Heimatstadt Düsseldorf bekämpften. Er wurde 1933 von der SS ermordet, dem Jahr, in welchem Hitler an die Macht kam. Der Film handelt ebenfalls von verschiedenen Arten der Unterhaltungsindustrie (wie Filmstudios und Karnevalshows mit ethischem Anstrich wie z.B. der Hillerkus Afrikaschau Zirkus), die wenigstens vorübergehend Schutz vor der Naziverfolgung gab. Interessanterweise wurden 1940 diese Tätigkeiten von der SS übernommen, die diese als rassisch unakzeptabel ansah und sie für eigene rassistische Propagandazwecke umformte.

Zum Beispiel realisierte Propagandaminister Josef Goebbels, dass er, um die Naziprinzipien der Überlegenheit der weißen Arier zu verbreiten, das beliebteste Unterhaltungsmedium der Zeit nutzen musste - deutsche Spielfilme. Propagandabilder wie der Kongoexpress, Quax in Afrika und Tantchen Wanda aus Uganda wurden gemacht, um Deutschland als eine aufgeklärte und gütige Kolonialmacht  zu präsentieren. Dadurch sorgte die Filmindustrie sogar unter Nazikontrolle für ein bisschen Schutz für dunkelhäutige Deutsche. Wie der dunkelhäutige Schauspieler Werner Egoimue erklärt: „Wir hatten einen Agenten, der alle Adressen aller dunkelhäutigen Leute in Berlin hatte. Die Handelskammer des Reiches war mit ihm in Verbindung und wenn sie einen Film besetzen wollten, hatten wir Spaß - innerhalb des Studios. Außerhalb konntest du verhaftet werden. Aber drinnen warst du so sicher wie in einer Bank.“

“Hitlers Vergessene Opfer“ präsentiert auch die Erfahrung  schwarzer Kriegsgefangener. Die Nazis trennten dunkelhäutige Gefangene vom Rest der Lagerbevölkerung für eine spezielle Behandlung, die oft tödlich war. Sehr oft wurde den dunkelhäutigen Gefangenen Nahrung verweigert und sie bekamen sehr gefährliche Arbeiten zugeteilt. All dies stellte eine Verletzung der Genfer Konventionen dar. Filmmaterial, welches vorher noch nie gezeigt wurde, zeigt dunkelhäutige Soldaten und Zivilpersonen im Hemer Kriegsgefangenenlager in der Nähe von Dortmund im Nordwesten von Deutschland, wie sie in Abfalleimern nach Nahrungsresten suchen.

Niemand weiß, wie viele dunkelhäutige Menschen in den Lagern durch SS- Wachleute umgekommen sind, sagt Produzent Moise Shewa, denn Juden wurden als Juden ausgegrenzt aber Dunkelhäutige wurden nach Nationalität ausgegrenzt. Auch wenn es keine große Menge an dokumentierten Beweisen gibt, wie genau die Erfahrungen von Dunkelhäutigen in deutschen Konzentrationslagern aussahen, zeigt der Film erschreckende Einblicke in die Behandlung der dunkelhäutigen Opfer von den Nazis. Er präsentiert optische Zeugenaussagen, wie die des schwarzen amerikanischen Maler Joseph Nassy, der als Toningenieur in Brüssel arbeitete, bevor er von der Gestapo verhaftet wurde und der die rauen Bedingungen des Lagerlebens darstellte. Der Film präsentiert ebenfalls mündliche Zeugenaussagen wie die von Johnny William. Geboren als Kind einer afrikanischen Mutter und einem weißen französischen Vater wurde William von der Gestapo verhaftet und zum Neugengammer Konzentrationslager in der Nähe von Hamburg transportiert. „Es gab 5 oder 6 von uns“, erklärt er. „Sobald wir in Neugengamme ankamen, wurden wir sofort von der SS von den weißen Deportierten getrennt.

Sie sahen uns als Untermenschen an, als Tiere, als Schimpansen.“„Hitlers Vergessene Opfer“ erinnert auch an die Wirkung dunkelhäutiger Häftlinge auf andere Insassen.  Ein typisches Beispiel dafür ist Johnny Voste, ein belgischer Widerstandskämpfer, der 1942 für die Sabotage in Malignes in der Nähe von Antwerpen verhaftet wurde und nach Dachau transportiert wurde. Das Interview mit Wily Sel im Film enthüllt, dass „Johnny die Möglichkeit hatte, Vitaminpillen zu organisieren ... und er sie all seinen Freunden gab, die er dort hatte. Die Überlebenden werden sagen, dass er in diesem Moment ihr Leben rettete, denn es ist wahr.

Die Haupttechnik, um im Lager zu überleben, war, das Leben zu lieben und nicht sterben zu wollen und zu sagen „Nein du kannst mein Leben nicht haben: Ich werde dafür kämpfen’.“ Ohne Zweifel ist „Hitlers Vergessene Opfer“ eine Dokumentation, die nicht vergessen werden sollte. Es macht deutlich, dass die „spezielle Behandlung’ der Schwarzen anerkannt werden sollte als ein wichtiger Teil des Holocausts. Traurigerweise wurden die Opfer der Schwarzen bis heute von keiner deutschen Regierung seit 1939 anerkannt. Ein einfacher Grund für diesen praktischen Gedächtnisverlust ist, dass - verglichen mit den großen Mengen an Film und Zeugenaussagen über die Behandlung der Juden durch die Nazis - es relativ wenige schockierende Filmbeweise gibt, die spezifisch die Behandlung Schwarzer zeigen.

Der Film korrigiert diese historische Lücke, indem er sich hauptsächlich auf  Überlebende und Familienerzählungen beruft. Das „Fehlen’ von Beweisen kann deshalb erklären, warum deutsche Behörden sich konstant weigerten, Entschädigungsansprüche von schwarzen Überlebenden, ihren Verwandten und den Familien der Opfer anzuerkennen. Weiterhin wurde den meisten schwarzen Deutschen ihre Nationalität durch die Nazis aberkannt, was es für die Opfer im Vergleich zu deutschen Staatsbürgern schwerer macht, Entschädigungen zu verlangen. Wie der deutsche Minister Bernd Reuter sagte, „Nach dem Krieg war es schwierig Beweise zu finden, dass man nicht staatenlos war sondern deutsch gewesen ist.“ Man hofft, dass dieser Film die deutsche Regierung zwingen wird, die Behandlung der Schwarzen durch die Nazis anzuerkennen und die schwarzen Deutschen zu entschädigen. Man hofft weiterhin, dass die Verbreitung und das Ansehen des Filmes Leute überall die fanatische Denkweise  der nazistischen Rassenvorstellungen und deren grauenhafte Praktiken erkennen lässt.

- Für mehr über die deutschen Gräueltaten in den Kolonien in Afrika
- Chronologie der Kolonien im deutschen südlichen Afrika

Quellen:
Uncovering the Black German Holocaust; Besprechung durch Delroy Constantine-Simms
1) The Other Victims: First Person Stories of Non-Jews Persecuted by the Nazis
 Ina R. Friedman 1990, Houghton Mifflin (Boston)
ISBN  0-395-50212-8