Nach Verabschiedung und Inkrafttreten eines 14 Jahre alten Abkommens zum Verbot hinsichtlich Entwicklung, Herstellung, Test oder Erwerb von Atomwaffen ist der afrikanische Kontinent jetzt offiziell eine atomwaffenfreie Zone. Dies bedeutet, dass nun die gesamte südliche Hemisphäre frei von Atomwaffen ist. Im Juli 1964 wurde im Rahmen des ersten Gipfeltreffens der Organisation für Afrikanische Einheit in Kairo, Ägypten, der Wunsch nach einem Afrika frei von Atomwaffen das erste Mal ausgesprochen.
31 Jahre später, am 2. Juni 1995, wurde im südafrikanischen Pelindaba, einer Kernforschungsanlage westlich von Pretoria, ein geeigneter Vertrag ausgearbeitet und verabschiedet. Der Vertrag wurde ein Jahr später in Kairo zur Unterzeichnung aufgelegt.
Der Ort Pelindaba passte zur Ausarbeitung des Vertrages, da der Name aus dem isiZulu iphelile indaba stammt und ungefähr so viel bedeutet wie „die Angelegenheit ist erledigt”. Der Pakt selbst wurde als Vertrag von Pelindaba bekannt. Allen 54 afrikanischen Ländern stand es frei, dem Übereinkommen beizutreten, wobei das Übereinkommen jedoch nur nach Ratifizierung von mindestens 28 Staaten in Kraft treten konnte.
Am 15. Juli 2009 trat Burundi als 28. Staat bei. Der Vertrag stellt jedoch kein komplettes Verbot für nukleare Aktivitäten dar. Er unterstützt den Einsatz von Kernforschung und -technik für friedliche Zwecke, und fordert von jeder Partei die „Durchführung aller Aktivitäten zum friedvollen Gebrauch von Kernenergie unter strengen Nichtverbreiterungsmaßnahmen".
Eine Kernenergie-Kommission mit Sitz in Südafrika wurde ins Leben gerufen, um die Einhaltung zu überwachen. Der Vertrag fordert auch die USA, Frankreich, Großbritannien, Russland und China dazu auf, „keine Atomsprengkörper gegen eine der Vertragsparteien oder gegen eines der Territorien innerhalb der afrikanischen Zone einzusetzen oder den Einsatz dergleichen anzudrohen”. Er ruft die fünf Mächte dazu auf, keine Atomwaffen in der afrikanischen Zone zu testen, und fordert von Frankreich und Spanien, die beide abhängige Gebiete haben, dem Vertrag zu folgen. Nur Großbritannien, Frankreich und China haben diese Bedingungen akzeptiert.
Lobende Worte für den Vertrag
„Der Vertrag von Pelindaba sichert und begünstigt Frieden und Sicherheit in den Regionen Afrikas, und fördert das globale Ziel einer Welt frei von Atomwaffen”, so das Institut für Sicherheitsstudien in Pretoria, eine unter vielen Friedensorganisationen, die den Pakt fördern. Der Vertrag trägt ebenfalls zu den notwendigen Entwicklungen bei, denen sich der Kontinent gegenübersieht, z. B. durch die Regulierung der Kernindustrie – beispielsweise Uranerzbergbau.” Die Internationale Atomenergie-Organisation, eine zwischenstaatliche Einrichtung, die den friedlichen Einsatz von Atomenergie fördert, hat die Durchsetzung des Vertrags ebenfalls begrüßt.
Die Organisation sagt „Der Generaldirektor begrüßt das Inkrafttreten des Vertrag von Pelindaba” unter Hinzufügung, dass sie ebenso „die Unterstützung des Vertrags hinsichtlich Kernforschung und -technik für friedliche Zwecke begrüßt, und darauf vertraut, dass der Einsatz von Kerntechnik in Afrika zu der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Kontinents beitragen wird”. „Die atomwaffenfreie Zone in Afrika, ähnlich der anderen atomwaffenfreien Zonen in Latein Amerika und der Karibik, Südostasien, Südpazifik und Zentralasien, ist eine wichtige Maßnahme zur regionalen Vertrauens- und Sicherheitsbildung, die zu unseren Bemühungen für eine Welt frei von Atomwaffen beitragen wird.”
Zu den Ländern, die den Vertrag offiziell angenommen haben, zählen: Algerien, Benin, Botswana, Burkina Faso, Burundi, Äquatorialguinea, Äthiopien, Gabun, Gambia, Guinea, die Elfenbeinküste, Kenia, Libyen, Lesotho, Madagaskar, Malawi, Mali, Mauretanien, Mauritius, Mozambik, Nigeria, Ruanda, Senegal, Südafrika, Swasiland,
Tansania, Togo und Zimbabwe.
Andere globale Pakte zur Atomwaffenfreiheit sind u.a. der Vertrag von Tlatelolco (Lateinamerika und die Karibik), der Vertrag von Rarotonga (Südpazifik), der Vertrag von Bangkok (Südostasien) und der Vertrag von Semei (Zentralasien)
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