Mit Farrah Fawcett und Michael Jackson sind gestern zwei Stars verstorben, welche die Popkultur der 70er und 80er entscheidend prägten: Mit dem TV-Star Farrah Fawcett ("Drei Engel für Charlie") und Popstar Michael Jackson sind gestern zwei die Popkultur der 70er und 80er prägenden Stars verstorben.
Während Fawcett einem langjährigen Krebsleiden erlag, sind die konkreten Todesumstände des "King of Pop" noch nicht geklärt. Er verstarb mit 50 Jahren an Herzstillstand.Fawcett entstammte dem texanischen Öl-Mittelstand. Am zweiten Februar 1947 kam sie in Corpus Christi zur Welt.
Nach der Schule studierte sie in Kunst in Austin und wurde dort 1969 von einem Talentscout entdeckt - es folgten Auftritte in Werbespots und TV-Serien. Berühmt wurde sie dann mit 29 Jahren, als "Engel" Jill Munroe in "Drei Engel für Charlie" (1976). Nach nur einer Staffel verließ Fawcett die Serie allerdings, um nicht in ein Rollenstereotyp gezwängt zu werden und ihre Filmkarriere voranzutreiben.
Im Kino schaffte sie jedoch nie den Durchbruch - ihre bekanntesten Auftritte sind Nebenrollen in "Flucht ins 23. Jahrhundert" (1976), "Auf dem Highway ist die Hölle los" (1981) und "Dr. T. and the Women" (1990). Für ihre Darstellung eines Gewaltopfers in "Extremeties" (1986) erhielt sie zwar eine Golden Globe-Nominierung - bei der Kritik und an den Kinokassen konnte die Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks sich allerdings nicht durchsetzen.
Dafür etablierte sie ihr Talent in anspruchsvolleren TV-Dramen wie "The Burning Bed" (1977), "Poor Little Rich Girl: The Barbara Hutton Story" (1987) und "Double Exposure: The Story of Margaret Bourke-White" (1989). Zur Ikone wurde Fawcett vor allem durch ihre stilbildende opulente Fönfrisur, die der Haarsprayindustrie der späten 70er und 80er einigen Auftrieb gegeben haben dürfte. Ein 1976 im Life-Magazin erschienenes Poster, dass sie in rotem Bikini und mit besagter ondulierter Mähne zeigt, ist tatsächlich das bis heute meistverkaufte Pin Up-Poster aller Zeiten. 1978 brachte Fawcett außerdem ihre eigenen Schampoomarke heraus.
Während sie sich in den 70ern und 80ern weigerte, nackt vor der Kamera, geschweige denn in Magazinen zu posieren, erregte Fawcett dann 1995 (mit 48 Jahre
n) Aufsehen, als sie sich für den Playboy auszog. Mit 50 folgte eine zweite Fotostrecke. Beide Ausgaben waren jeweils die Bestseller des Jahres. Von 1973 bis 82 war Fawcett mit dem TV-Star Lee Majors ("Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann", "Ein Colt für alle Fälle") verheiratet. Sie trennten sich jedoch bereits '79. Von 1980 bis zu ihrem Tod war sie dann - bis auf gelegentliche Trennungen - mit dem 70er-Star Ryan O'Neal ("Love Story", "Is was Doc", "Barry Lyndon") liiert. 1985 kam der gemeinsame Sohn Redmond O'Neal zur Welt, Fawcetts einziges Kind. Zwischenzeitlich war sie auch mit dem Produzenten James Orr zusammen, mit dem sie 1998 nach einem handgreiflichen Streit vor Gericht erschienen musste. Ende der 90er sorgte sie außerdem mit extremen Schönheitsoperationen und einem sehr konfusen Auftritt bei David Letterman für negative Schlagzeilen.
2006 wurde bei Fawcett Analkrebs festgestellt. Eine Chemotherapie verlief zunächst erfolgreich, bis 2007 ein weiterer Tumor festgestellt wurde. Sie lies sich daraufhin in Deutschland behandeln. Ab April 2009 verschlechterte sich Fawcetts Zustand kontinuierlich. Ihr wegen Drogenmissbrach unter Hausarrest stehender Sohn enthielt eine Sondergenehmigung, um sie zu besuchen, während O'Neal ihr Anfang Juni einen Heiratsantrag machte.
Sie verstarb am Morgen des 25. Juni, in John's Health Center in Santa Monica. Zugegen waren O'Neal und Fawcetts Freundin Alana Stewart, die einen Dokumentarfilm über Fawcetts Kampf gegen den Krebs produziert hatte.
Michael Jackson starb knapp fünf Stunden nach Fawcett, etwa 20 Kilometer entfernt, in Los Angeles. Sein Tod kam allerdings unerwartet - Jacksons Körper wird derzeit einer Autopsie unterzogen. Der fünfzigjährige Sänger bereitete sich gerade auf sein Comeback vor, mit dem er seine Karriere retten und einen gigantischen Schuldenberg abarbeiten wollte.
Jackson kam 1958 in Gary, Indiana, zur Welt, als achtes Kind eines Kranfahrers, der seine Kinder von klein auf zum Erfolg im Showbiz drillte. 1965 gründete er die Band "The Jackson Five", der neben Michael seine Brüder Jackie, Tito, Jermaine und Marlon angehörten. Nach einer erfolgreichen Karriere als Kinderstar mit der Band startete Michael 1971, mit 13 Jahren, seine extrem erfolgreiche Solokarriere:
Mit rund 750 verkauften Alben - darunter Klassikern wie "Thriller" und "Bad" - und 13 Grammys gehört er zu den erfolgreichsten Musikern aller Zeiten. 1977 trat Michael auch erstmals in einem Film auf, in Sidney Lumets Musical "The Wiz – Das zauberhafte Land", neben Diana Ross. 1983 drehte er dann einen fast 15minüten Kurzfilm als Video zu "Thriller" - bis heute der international meistverkaufteste Videoclip. Im selben Jahr präsentierte Jackson außerdem den "Moonwalk", der zu seinem Markenzeichen werden sollte.
Ab 1986 arbeitete er mit Disney zusammen: Francis Ford Coppola inszenierte einen 18 Minuten langen 3D-Film mit Jackson, "Captain EO", der nur in Disney-Parks aufgeführt wurde. Ein Jahr später stand Jackson für Martin Scorsese vor der Kamera, der das Video zu seiner Single "Bad" inszenierte.
1988 war Michael Jackson in "Moonwalker" im Kino zu sehen, einem teils autobiographisch gefärbten, teils eine Fantasygeschichte erzählendem Videoclip in Überlänge, der an den Kinokassen nur mäßigen Erfolg verbuchen konnte. In den 90ern begann Jacksons Stern zu sinken. Mit seiner immer bleicher werdender Haut, künstlicher Nase und dem ständigen Tragen von OP-Masken handelte Jackson sich den Namen Wacko Jacko ein. Dass er auf seiner Ranch "Neverland" - benannt nach Peter Pans "Wunderland" - einen privaten Vergnügungspark betrieb und enge Freundschaft zu einem Bubbles genannten Chimpansen pflegte, tat sein Übriges.
1993 wurde er dann wegen Kindesmissbrauch angeklagt, vom Vater eines Jungen, der zeitweise auf "Neverland" lebte. Jackson zahlte außergerichtlich eine Abfindung in Höhe von 20 Millionen US-Dollar. Damit war der Prozess beendet. Wenig später heiratete Jackson überraschend Lisa Marie Presley, Elvis' Tochter und Erbin. Die Ehe gilt als PR-Stunt und wurde schon im nächsten Jahr geschieden. 2003 ermittelte der kalifornische Staatsanwalt Tom Snedon wiederum wegen mehrfachem Kindesmissbrauch gegen Jackson. Im Juni 2005 wurde er in allen Anklagepunkten freigesprochen. 2006 wurde dann seine immense Verschuldung bekannt, die mit der Schließung von "Neverland" auch nicht aufgehalten wurde.
In diesem Jahr sollte Jacksons lange erwartetes Comeback stattfinden, auf das er sich in dem letzten Wochen vorbereitet hatte. Am 25. Juni brach er in einem gemieten Haus in Los Angeles bewusstlos zusammen. Ein anwesender Pfleger versuchte zunächst vergeblich, ihn wiederzubeleben und ließ ihn via Notruf ins Krankenhaus einliefern. Er verstarb an Herzstillstand, die genauen Umstände sind noch nicht geklärt. Laut Brian Oxman, einem Anwalt der Familie, war Jackson von verschreibungspflichtigen Medikamenten abhängig, die ihm anscheinend unbeschränkt zur Verfügung standen.
Jackson hinterlässt drei Kinder: Michael Joseph Jackson, Jr. (*1997), Paris Michael Katherine Jackson (*1998) und Prince "Blanket" Michael Jackson II (* 2002). Die Mutter der ersten beiden ist seine Ex-Ehefrau und ehemalige Krankenschwester Deborah Rowe, die nach der Scheidung 1999 das Sorge- und Besuchsrecht aufgab. Prince ließ er von einer Leihmutter austragen.
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